Probewohnen im Tiny House – das Schlafen

No sleep till Hermsdorf – von Wind und wackelnden Wänden

Die erste Nacht im kleinsten Haus Deutschlands – werden wir ein Auge zubekommen? Und wenn ja – welches? Schließlich rauscht der Verkehr hier die ganze Nacht direkt an uns vorbei.

Die Journalisten Carola und Ronald Battistini stellen sie sich der Herausforderung Tiny House, und berichten über ihre Erfahrungen…

Na klar, die Tiny-House-Philosophie bedeutet ja auch, Verzicht zu üben. Aber gilt das auch für die Regenerationsphasen? Der Anfang ist zumindest gemacht. Die Betten sind schnell bezogen, die Schlafstätte erweist sich als überraschend komfortabel – und zweigeteilt. Auf der geräumigen Fläche, die tagsüber auch als Arbeitssitz dient (siehe Beitrag „Arbeiten“), findet eine Person ausreichend Liegeplatz.

Dahinter tut sich eine zweite, sogar noch größere Schlafkammer auf. Lustig, aber blöd: Die Klappen dieses „Schlafzimmers“ öffnen sich nach außen. Wenn einer davor auf der Matratze liegt, blockiert er diese. Tipp an den Architekten: Eine Schiebetür wäre cleverer oder Scharniere, die sich weiter öffnen.

Zu zweit kann man trotzdem ganz bequem dort liegen. Wenn der hintere allerdings nachts mal raus muss, darf er über die vordere Person, den kleinen „Oxer“ in Form der Holzumrandung und dann die Hochbetttreppe runter steigen. Ich verkneife mir erstmal alle Bedürfnisse.

 

Schlafen im Tiny House – ein unmittelbares Erlebnis

Vielmehr konzentriert man sich in dieser Umgebung auf alles Wesentliche und Unwesentliche. Mitten in der Nacht dann das: Der Wind frischt auf, das Tiny House wackelt – kein Wunder, bei 3,60 Meter Höhe bietet es eine gute Angriffsfläche. Der Wind rauscht, Blätter fallen aufs Dach und sorgen für eine stetige Geräuschkulisse. Bin ich immer so hörempfindlich?

Es heißt ja, durch Verzicht auf unnötigen Ballast konzentriert man sich auf die nötigen Dinge. Klar ist: Hier erfährt man einiges über sich, seine Sinne und Sensorik. Und die Streiche, die einem das Gehirn spielt.

Rein geografisch und verkehrstechnisch stelle ich zudem zu meinem Missvergnügen fest: Der Hermsdorfer Damm ist die ganze Nacht durch gut befahren. Die Holzwände dämpfen dennoch erstaunlich gut.

 

Am Morgen: Die neue Umgebung hat für immer neue Wachmomente gesorgt. Von Durchschlafen konnte keine Rede sein. Dennoch federn wir einigermaßen beschwingt aus der Koje. Die erste Nacht ist vollbracht und dank einer wirklich guten Matratze sogar ganz ohne Rückenschmerzen.

Nun kommt der Abstieg vom „Hochbett“ über die Holztreppe. Auch wenn es anmutet wie zu Studentenzeiten, der Körper ist nicht mehr ganz so geschmeidig wie früher und etwas Konzentration ist angesagt, um jede Stufe zu treffen. Hier ist eigentlich die einzige Situation, wo ich das Tiny House klein finde.

Bildquellen:
Ronald Battistini

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