Viele Eigenheimbesitzer:innen tappen derzeit in eine Kostenfalle, die erst auf den zweiten Blick sichtbar wird:
Eine neue Gasheizung erscheint günstig – doch CO₂-Preise, steigende Gasnetzentgelte und teures Biogas machen sie langfristig zum teuersten Heizsystem.
Erfahren Sie, warum Wärmepumpen trotz höherer Anschaffung am Ende die günstigere Wahl sind. Aktuell können Sie noch auf die Heizungsförderung für Privatpersonen zugreifen, die einen Zuschuss bis zu 70 % der förderfähigen Kosten ermöglicht (www.kfw.de und www.bafa.de).
Gasheizung: Vermeintliches Schnäppchen mit verstecktem Preisschild
Auch 2025 entscheiden sich viele Hausbesitzer:innen für eine neue Gasheizung. Auf den ersten Blick scheint das eine clevere Wahl zu sein:
Die Gründe sind nachvollziehbar:
- Günstige Anschaffungskosten (ca. 6.000–8.000 Euro inkl. Einbau)
- Bewährte Technik
- Vorhandener Gasanschluss
Doch Vorsicht: Wer nur auf den Kaufpreis schaut, übersieht ein unsichtbares Preisschild – und das kann die Kosten auf über das Dreifache treiben.
Der teure Irrtum: CO₂-Kosten
Denn hier lauert der teure Irrtum. Gasheizungen verursachen CO₂-Emissionen – und diese werden seit Jahren besteuert. Der Preis erhöht sich stetig:
- 2021: 25 Euro pro Tonne CO₂
- 2025: 55 Euro pro Tonne CO₂
- 2026: bis zu 65 Euro
Neu ab 2027: Die EU hat den Start des neuen Emissionshandels für Gebäude und Verkehr (ETS 2) von 2027 auf 2028 verschoben. Für 2027 gilt deshalb in Deutschland eine Übergangsregel: Der CO₂-Preis richtet sich am bestehenden ETS 1 für die Industrie aus. Aktuell liegt dieser bei etwa 75–80 Euro pro Tonne CO₂ – in ähnlicher Höhe ist der Preis auch für 2027 zu erwarten.
Zudem wird der Preis künftig quartalsweise festgelegt und zwei Monate vorher veröffentlicht (z. B. der Preis für Juli–September bereits im Mai). Für Haushalte bedeutet das: Gas und Heizöl werden 2027 entsprechend bepreist – ab 2028 gilt dann der reguläre EU-Emissionshandel für den Gebäudesektor.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein unsaniertes Einfamilienhaus mit rund 140 m² Wohnfläche verbraucht etwa 24.000 kWh Gas pro Jahr.
In 20 Jahren summieren sich die Emissionen auf rund 96 Tonnen CO₂.
Die CO₂-Kosten allein betragen dann etwa 20.000 Euro.
Rechnet man die Anschaffungskosten von rund 7.000 Euro dazu, ergibt das:
27.000 Euro Gesamtkosten – mehr als das Dreifache des ursprünglichen Kaufpreises!
Wärmepumpe: Höhere Investition, aber unterm Strich günstiger
Eine Wärmepumpe kostet in der Regel rund 30.000 Euro – auf den ersten Blick deutlich mehr.
Doch es gibt zwei entscheidende Unterschiede:
Für Wärmepumpen fallen keine CO₂-Kosten an.
Die KfW fördert über das Programm 458.
Wer ein zu versteuerndes Einkommen unter 40.000 Euro hat, kann sogar bis zu 70 % Förderung erhalten
Das bedeutet: Eine Wärmepumpe für 30.000 Euro kostet Sie also realistisch nur 15.000 Euro – oder sogar weniger.
Damit liegt sie klar unter den Gesamtkosten einer „günstigen“ Gasheizung.
Biogas – grüne Lösung oder neue Preisfalle?
Neue Gasheizungen dürfen ab 2029 nur noch mit einem steigenden Anteil an Biogas betrieben werden:
- 15 % ab 2029
- 30 % ab 2035
- 60 % ab 2040
Das entlastet beim CO₂-Preis, treibt aber die Betriebskosten weiter nach oben:
Schon 2024 lag Biogas mit 10 % Anteil bei 2 ct/kWh Aufpreis.
100 % Biogas war fast doppelt so teuer wie herkömmliches Erdgas.
Ob sich die Lage entspannt, ist offen.
Fazit: Was Sie an CO₂-Kosten sparen, zahlen Sie womöglich für teures Biogas wieder drauf.
Ihr nächster Schritt: Förderung und Effizienzberatung sichern.
Wenn Sie über einen Heizungstausch nachdenken, sollten Sie sich unbedingt Fördermittel sichern.
Unsere individuelle Effizienzberatung hilft Ihnen, die beste Entscheidung für Ihr Zuhause zu treffen – übrigens nicht nur bei der Heizung.
Wir zeigen Ihnen:
- wie Sie Heizsystem, Dämmung, Fenster & Co. sinnvoll kombinieren
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Stand: Oktober 2025


