FAQ zum Thema: Bauen mit Holz

hand holdig big tree growing on green background with sunshine

Vorweg: Kennen Sie jemanden, der Holz nicht mag?

Fast jeder streicht automatisch mit der Hand über eine glatte Holzoberfläche. Unsere Verbindung zum Baum ist stark und offensichtlich. Holz spricht alle Sinne an. Wir leben in einer fraglos spannenden aber auch technikaffinen Welt, die nach Ausgleich verlangt. Wir leben in Harmonie, wenn wir Kontakt haben zu natürlichen Dingen. Holz ist ästhetisch, fühlt sich gemütlich und behaglich an und kann Räume zum Klingen bringen.

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Lebensumstände verändern sich nun mal, dann ist es gut, wenn Wohnung oder Haus für Um-, Aus- oder Anbau geeignet sind. Für Änderungen am Bestand bietet der Holzbau einfach umsetzbare Möglichkeiten. Holzbau ist eine trockene Bauweise, d.h. weniger Schmutz und Feuchtigkeit. Wände können leicht versetzt oder entfernt werden.

Holz ist dafür ideal wegen des geringen Eigengewichtes, der Festigkeit von Holz, der hohen Tragfähigkeit und der Realisierung von großen Spannweiten.
Baulücken können so ebenfalls mit passgenauen Bauteilen geschlossen werden.

HOHO: In Wien entsteht derzeit das größte überwiegend aus Holz gebaute Hochhaus mit 24 Etagen. Die Wiener nennen es einfach das „HoHo“. In München entsteht ein ganzes Quartier mit mehrgeschossigen Wohnhäusern.

Foto: Burchardt

Um die genialen Eigenschaften in vollem Umfang wirken zu lassen, muss das Bausystem von A-Z genau durchdacht werden. Es wird auf den Millimeter genau geplant und auch der ev. spätere Umbau systemisch mitgedacht. Das geht nur im Team mit Bauherr/in, Architekten, Statiker und Holzbauunternehmen.

Gütesicherungsverfahren und Qualitätsgemeinschaften zertifizieren. Mit dem
 „RAL-Gütezeichen Holzhausbau“ belegt ein Betrieb beispielsweise, dass er unabhängig geprüft wurde und besonderen Anforderungen gerecht wird. Die Qualitäts-gemeinschaften prüfen zudem beispielsweise, dass gesundheitlich unbedenkliche Stoffe verwendet werden.

Nein. Es ist kein wetterbedingter Qualitätsverlust zu berechnen. Es kann terminsicher geliefert werden. Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades, übrigens auch der Haustechnik, geht der Bau sehr schnell. Innenausbau in Trockenbauweise bedeutet gesundes Wohnklima von Anfang an. Trockenheizen oder/und Trockenwohnen adé. Gesparte Zeit ist gespartes Geld.

Auch Holzhäuser müssen die Brandschutzanforderungen erfüllen. Das ist in der Landesbauordnung geregelt, die Gebäudeklassen und Feuerwiderstandsdauer festlegt. Holz brennt – ja. Aber hätten Sie gewusst, dass es sicher und berechenbar brennt? Nämlich ca. 0,6 – 0,8 mm je Minute, das schätzen Feuerwehrleute sehr. An der Oberfläche des Holzes bildet sich eine Holzkohleschicht, die den Kern schützt, der dadurch tragfähig bleibt und zwar relativ lange.  Ein plötzlicher Zusammenbruch ist kaum zu befürchten und das Verlassen der Brandstätte gut möglich.

Die Forderungen im Hochbau werden sicher erfüllt. Ein intelligenter Schichtenaufbau sorgt im Holzbau für Ruhe. Hohe Schalldämmung erreicht man über zwei- oder mehrschalige und entkoppelte Konstruktionen mit schweren biegeweichen Bekleidungen und Hohlraumdämpfung aus geeigneten Dämmstoffen. Wand-, Decken- und Dachbauteile werden hinsichtlich Werkstoff und Schichtenanordnung genau konzipiert. Vermeidung von Schallnebenwegen beispielsweise über Installationen oder Undichtigkeiten durch sorgfältiges Ausdämmen und Herstellen luftdichter Ebenen sind einzuhalten – dann wird es auch still.

Ja, Schimmel ist hier ein wichtiger Aspekt. Holzhäuser sind aufgrund ihres hohen Dämmstandards und der wenigen Wärmebrücken weniger anfällig für Schimmelbildung als andere Bauweisen. Primaklima, da die Luftfeuchte von mäßigen Luftänderungen profitiert – feuchteregulierende Holzbauteile und Gipswerkstoffe puffern das ab.

Dadurch wird die Raumluft noch perfekter, denn dies trägt zur Raumerwärmung bei, sorgt für dosierten Luftwechsel ohne Zug und filtert Staub und Pollen aus der Luft.

Unabhängig davon ob Massiv- oder Holzbauweise, die Funktionsweise des Hauses ist beeinträchtigt, sobald Feuchtigkeit eindringt. Hinterlüftete Fassaden, Wärmedämm-verbundsysteme, Aluminium- oder Trespaplatten und mehr können die Fassade schützen. Zum Schutz vor Spritzwasser sollte die Holzfassade min. 30 cm über dem Boden enden.

Nein, ein natürlicher Holzschutz ist das „Versilbern“. Holz nimmt durch Witterungseinflüsse und UV-Strahlung eine silbergraue Tönung an. Einmal angestrichen bzw. lasiert, muss immer wieder nachgestrichen werden.  

Nachhaltigkeit fängt im PEFC zertifizierten Wald an (aktuell ca. 70% der Waldfläche). 

Holz ist ein CO2 Speicher und das im Wald genauso, wie im verbauten Zustand. Geringer Energieaufwand bei der Herstellung und hoher Anteil der eingelagerten erneuerbaren Energien, die bei der Entsorgung zudem energetisch genutzt werden können. …was will man mehr? Zur Herstellung von Holzhäusern ist weniger Energie erforderlich, als im Holz selbst enthalten ist. Nach Rückbau und Trennung aller Komponenten und der Verwertung wird soviel Energie frei, dass damit 2-3 neue Gebäude gebaut werden können.
Der logistische Aufwand ist gering. Holzbau heißt Vorfertigung, die Nachbarschaft wird es danken, da weniger Lärm anfällt. Holz hat ein geringes Gewicht, das erleichtert die Demontage. Apropos Demontage: Holzelemente sind mit Bolzen, Nägeln und Schrauben verbunden, sie lassen sich also leicht trennen und recyceln.
Sind Holzhäuser eine Sache von Wert?

Die durchschnittliche Lebensdauer liegt bei 80 – 100 Jahren. Tatsächlich können Holzhäuser mehrere hundert Jahre alt werden. Bei qualifizierter Planung und Ausführung gibt es keine Unterschiede mehr zu herkömmlichen Bauweisen.

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Regina Burchardt

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